Di, 22. April 2014, Badische Zeitung

Di, 22. April 2014, Badische Zeitung

Die Independent Dogs im Lahrer Schlachthof-Bistro

Es gibt sie also doch: Die Musiker, die man nicht sofort in irgendeine geräumige Schublade stecken kann. Leise, ruhig und ganz unkonventionell sind die Independent Dogs auf der kleinen Bühne im Schlachthof gestanden.

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Foto: Achim Keller

LAHR. Angekündigt worden war Folkrock. Geliefert haben die Jungs einen Unplugged-Mix aus Classic Rock und irisch-schottisch angehauchtem Jazz mit poppigen Attitüden. Von wüster Rockermanier keine Spur. Zum Glück.

Unmerklich schleichen sich die drei – Sänger und Gitarrist Gary Shaw nebst Bassist Raphael Jung und Schlagzeuger David Ruf auf die spärlich beleuchtete Bühne. Mit Künstlerkappe, lässigem Outfit und Whiskey-Glas in der Hand – klar. Viel mehr Klischees bedienen die Musiker an diesem Abend aber nicht. Und das Publikum, das gerade so den Raum füllt, ist dankbar.

Das Eröffnungsstück: Battlefield. Die unverkennbare Stimme von Gary, der seine Westerngitarre mit so viel Gefühl schlägt, dass sie die wärmsten und schönsten Töne annimmt, erfüllt den Raum. “Es geht um Frauen und Alkohol”, kündigt er in entzückendem schottischen Akzent an. Wie die meisten Lieder, die an diesem Abend durch die Boxen schallen, ist auch Battlefield aus der Feder Garys. Und der Mann an der Gitarre ist gut.

Schon früh hat der Schotte – an der Westküste aufgewachsen – zur Musik gefunden. Mit seiner früheren Offenburger Band Pebble Stones füllte Gary schon etliche Hallen – bis sich die Musiker 2012 trennten. Gary findet 2013 neue junge Talente und vereint sie zu einer Band. Die Independent Dogs leben von ihrem Frontmann, der so schlicht auf seinem kleinen Hocker sitzt und mit seiner vielschichtigen Stimme an Jeff Buckley erinnert. Doch trotz seiner Stimmgewalt räumt er den Bandkollegen genügend Platz ein, um ebenfalls zu brillieren. So Raphael Jung, der früher mit Jonas Birthelmer auf der Bühne stand und selbst bei seinem Solo eine ganz bescheidene, aber doch überzeugende Nummer abliefert. Nicht schnell, aber unglaublich exakt und eingängig bringt er Töne hervor, die sich perfekt in die Takte von Schlagzeuger David Ruf einfügen. Es ist wunderschöne Musik, die lässig dahingeworfen wird. Und deshalb nehmen es die drei Musiker auf der Bühne auch ganz sportlich, dass das eher zurückhaltende Publikum das ganze Konzert über auf den Stühlen verweilt. Nicht aus fehlender Begeisterung – es ist ein Abend in Pub-Manier, entspannend dahin plätschernd.