Badische Zeitung

Coversongs mischen sich mit Eigenem

“Independent Dogs” werden am Freitag auch Songs aus dem noch unveröffentlichten Album spielen.

Mi, 30. März 2016
Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung.
von: rob

OFFENBURG (rob). Sie wird zwar erst im Herbst erscheinen, die neue CD der Band “Independent Dogs” um den Offenburger Schotten Garry Shaw. Doch hat die Band die neuen Songs schon längst “drauf”, und ein guter Teil von ihnen wird beim Auftritt am Freitag, 1. April, im Spitalkeller Offenburg zu hören sein. Und mehr als das: Die Band hat mit der Arbeit an ihrem Coversong-Projekt “Six feet under” begonnen und will auch daraus schon mal ein paar Stücke vorstellen.

“Six feet under” – das bezieht sich auf Verstorbene. Wie Garry Shaw erklärt, will die Band unter diesem Signum Songs verstorbener Rockstars und Songwriter in ihrem eigenen “Dog”-Stil spielen. David Bowie gehört – leider – seit wenigen Wochen zu diesem Kreis. Und natürlich Lou Reed – Garry ist bekanntlich ein Mega-Lou-Reed-Fan. Aber auch B. B. King, J. J. Cale, Michael Jackson, Freddy Mercury. Oder Jimi Hendrix und Jim Morrison, die schon ein paar Jahre länger “six feet under” sind. Am Freitag soll es zunächst einmal vier oder fünf Songs aus dieser Ecke geben. “Nicht von Lou Reed”, sagt Garry. “Unser Publikum weiß, dass ich auf den stehe, und da wäre es keine Überraschung. Wir wollen die Leute aber mit ein paar unerwarteten Nummern überraschen.” Man werde das Konzept nach und nach ausbauen, meint Garry, der vor rund 30 Jahren aus dem schottischen Glasgow in die Ortenau eingewandert ist.

Die neue CD wurde bereits letzten Sommer im Spitalkeller aufgenommen. Garry Shaw lieferte die Texte und ein Grundgerüst. “Alle Stücke wurden dann durch die Band entwickelt und aufgenommen”, so Garry. Die neue CD werde rockiger klingen als der erste Tonträger aus dem Jahr 2013. Erscheinen soll sie zwischen Oktober und Dezember. Der genaue Zeitpunkt stehe noch nicht fest.

Aktuell arbeitet die Band an eigenen Versionen von “Jean Genie” von David Bowie und “Beat it” von Michael Jackson: “Wir wollen da schon eine große Bandbreite.” Einer wie Michael Jackson sei eigentlich nicht so sein Fall, meint Garry. “Aber es ist eine spannende Sache, sich mit seinen Songs auseinanderzusetzen, sie sich anzueignen.” Er verweist darauf, dass das “Covern”, das Interpretieren fremder Songs im eigenen Stil, ein Wesensmerkmal der Rockmusik ist. “Die Beatles und die Stones haben das gemacht”, meint er, “die britische Rockszene ist im Grunde durch Blues-Covers entstanden.” Eine gute Cover-Version könne bestimmte Facetten eines Stücks herausheben. Er nennt Lou Reeds “Sweet Jane”, das er selbst mit Pebble Stones oft gesungen hat, von der kanadischen Band “Cowboy Junkies”: Deren Version würde die tiefe Melancholie dieses Songs wunderschön verdeutlichen. Oder Janis Joplin. Was die aus “Summertime” von George Gershwin oder “Me and Bobby McGee” von Kris Kristofferson gemacht habe, sei grandios – und ganz klar “Janis-Stil”.

Er selber verstehe sich eigentlich mehr als Singer-Songwriter denn als Interpret. Zu seinen Lieblings-Songschreibern gehören Pete Townsend von den Who, Tom Waits, Paul Weller von “The Jam” und das Songschreiber-Duo der “Stone Roses”, Ian Brown und John Squire. “Von denen würde ich sehr gerne den einen oder anderen Song ausprobieren – aber die leben nämlich alle noch, zum Glück.”
Freitag, 1. April, 21 Uhr, Spitalkeller Offenburg: Konzert mit den Independent Dogs. Karten an der Abendkasse

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